Was ist Losdemokratie?

Losdemokratie bedeutet, dass Entscheidungsgremien per Los besetzt werden – statt durch Wahlen. Und das immer wieder neu, wir wollen keine Berufspolitiker erzeugen. Jeder Bürger, jede Bürgerin sollte am besten etwa zweimal im Jahr an einem solchen gelosten Bürgerkomitee teilnehmen.

Was heute ungewöhnlich klingt, war in der ersten Demokratie der Welt, im antiken Athen, der Normalfall: Die meisten wichtigen Ämter wurden dort ausgelost, weil die Athener überzeugt waren, dass alle Bürger einander politisch auf Augenhöhe begegnen sollten.

Auch wenn wir heute einiges anders machen würden als die Athener – geloste Entscheidungsgremien sind zentrale Bausteine jeder Losdemokratie.

Diese Gremien bestehen in der Regel aus 25 bis 200 oder mehr gelosten Mitgliedern (je nach Wichtigkeit des Gremiums). Jeder Bürger und jede Bürgerin hat die gleiche Chance, in ein Gremium gelost zu werden, und jeder wird für seine Teilnahme angemessen entschädigt.

Ob es ein Anreiz- oder ein Kostensystem geben wird - für Bürger die dauerhaft oder ohne guten Grund nicht teilnehmen möchten - werden natürlich geloste Gremien entscheiden (nicht Berufspolitiker). Überall wo schon Bürgerräte existierten, hat sich aber gezeigt, daß die Bürgerschaft plötzlich ein großes Interesse daran entwickelt, aktiv an Politik teilzunehmen, ein Versprechen das durch unsere "halbherzige" Demokratie die wir eigentlich Wahlaristokratie nennen müßten nie eingelöst wurde.

So funktioniert ein gelostes Bügerkomitee

Heute werden themenbezogene Bürgergremien stark favorisiert, da sich die gelosten Bürger dort auf ein Thema fokussieren können, und so mehrere Gremien parallel abgehalten werden könnten (man würde also nicht einfach den Bundestag losen).

Wo kann man mehr dazu lernen?

Bürgerräte und Losdemokratie

Bürgerräte sind eine moderne Anwendung des Losverfahrens – aber sie sind nicht dasselbe wie Losdemokratie.

Bürgerräte zeigen heute, dass zufällig ausgeloste Menschen sehr wohl fähig sind, komplexe Fragen verantwortungsvoll zu bearbeiten. Aber sie haben keine verbindliche Entscheidungsgewalt.

Inoffizielle Discord-Seite der Losdemokratie

"Inoffiziell" bedeutet, daß die Partei sich keinerlei der Inhalte zurechnen läßt die dort entstehen. Dies auch deshalb weil dort auch Nichtmitglieder unterwegs sind und weil wir dort auf freie Gedankenentfaltung setzen und weniger auf Parteidisziplin.